Wahlkreis 13/Vaihingen Egon Beck (SPD) will differenzieren, auch wenn es Zeit kostet.

Ortsverein

Aus der Stuttgarter Zeitung vom 10.02.2016

von Franziska Kleiner:

Egon Beck beherrscht die typische Sprache der Politiker. Soziale Stabilität, öffentliche Sicherheit und Gerechtigkeit seien „elementare und zentrale Bestandteile eines funktionierenden Gemeinwesens“, sagt er etwa.

Wenn er seine Meinung aber begründet, dann fließt sehr viel von dem ein, was er, der Mensch Egon Beck, privat wie beruflich erlebt hat. Wenn er argumentiert, dann gerne differenziert. Wenn man der Wahrheit nahe kommen wolle, lasse sich dies eben nicht in einer Schlagzeile bewerkstelligen. Der Sozialdemokrat tritt in einem traditionell CDU-geprägten Wahlkreis an. „Es besteht eine gewisse Chance, gewählt zu werden. An diese Chance muss man glauben“, sagt Beck dazu. Seinem Parteifreund Wolfgang Stehmer sei das schließlich auch gelungen.

Chancen zu nutzen, wenn sie einem geboten werden, das fordert Beck auch von anderen. Niemand dürfe auf der Strecke bleiben und ausgegrenzt werden. Aber der Bürger könne nicht nur Förderung erwarten, er müsse sich auch fordern lassen. „Ich erwarte, dass der Mensch dann auch die Hand ergreift und seine Chance nutzt.“

Die Rahmenbedingungen im sozialen Bereich steckt er so klar ab wie in der Bildungspolitik. Jeder Schultyp, so Beck, müsse in erreichbarer Nähe sein. „Hirn und Hand sind die wichtigsten Ressourcen in unserem Land. Denn wir haben keine Bodenschätze.“ Die Herkunft dürfe aber nicht über den Schulabschluss bestimmen.

Beck widerspricht den Vorhaltungen der Opposition im Landtag, die grün-rote Landesregierung habe die Gemeinschaftsschule bevorzugt. Als Beleg nennt er etwa die Realschule, der sukzessive mehr Poolstunden zugebilligt worden seien. „Warum sollte ich auf Bewährtes verzichten?“, fragt er. Eine andere Politik hätte er an seinem Wohnort auch gar nicht vertreten können. „Das ist mir als Korntal-Münchinger wichtig“, sagt er. Korntal-Münchingen hat den Ruf, wegen der Vielfalt der Schultypen im Ort eine Schulstadt zu sein.

Ausbau der B 10, Gewährleistung einer flächendeckenden, guten ärztlichen Versorgung: Beck bezieht Position. Auch in der Debatte über die Flüchtlingsunterbringung müsse man die „Probleme benennen, nicht verschweigen“. Vor diesem Hintergrund ist der Jurist vielleicht gerade deshalb in seinem Element, wenn er über die Sicherheit im Land spricht. Für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit und für einen wirkungsvollen Schutz vor Straftaten sei allein der Staat verantwortlich – auch wenn dies seinen Preis habe, schränkt er ein. Doch „der Wert der Strafverfolgung lässt sich nicht an betriebswirtschaftlichen Maßstäben messen“, sagt Beck, der sich damit zugleich entschieden gegen private Sicherheitsdienste ausspricht, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Im Falle einer Wahl und des Einzugs in den Landtag würde er sein Rats- sowie sein Kreistagsmandat behalten. Denn ungeachtet des im Land größeren Gestaltungsspielraums reizten ihn gerade die Wechselwirkungen, die sich ergeben, wenn auf Landesebene die Rahmenbedingungen für Kreis und Kommune mitgestellt werden.

 
 

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